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MICH FASZINIEREN ÜBERRASCHUNGEN

Wir haben unseren langjährigen Kampagnenfotografen Johannes Graf, aka Jonny, in seinem Studio in München besucht. Im Gespräch erzählt er von seiner Faszination fürs Analoge, dem Duft von Holz und seinem Wunsch, der Gesellschaft etwas zurückzugeben.

Dunkelkammer & Buch

WIE BIST DU ZUM FOTOGRAFIEREN GEKOMMEN?

Ich bin durch Zufall zum professionellen Fotografieren gekommen. Ich habe während meines Sport- und Publizistik-Studiums einen Sportfotografen kennengelernt. Nach meinem Abschluss wollte ich etwas Praktisches dazulernen und habe bei ihm ein Praktikum gemacht. Das waren die Jahre, in denen gerade der Wechsel von analog auf digital stattgefunden hat und so konnte ich noch beides lernen. Mein Traum war eigentlich, durch die Welt zu reisen und Fotoreportagen zu machen, also Bild und Text. Irgendwann hatte ich dann nur noch Fotografieren im Kopf.

Portrait Jonny

WELCHE WAR DEINE ERSTE KAMERA?

Das war eine analoge Olympus Point and Shoot, eine klassische Urlaubskamera. Später habe ich von meinen Eltern zu Weihnachten eine Canon Spiegelreflex geschenkt bekommen, das war etwas Besonderes. Ich habe sie aber kaum verwendet, weil sie nicht in die Hosentasche gepasst hat und hatte dann doch immer nur die Point and Shoot dabei. So eine ähnliche bringe ich heute immer noch zu Shootings mit.

Jonny bei der Arbeit

WESHALB IST FOTOGRAFIEREN DEINE LEIDENSCHAFT?

Die Faszination Fotografie hat bei mir auf jeden Fall eine Entwicklung hinter sich. In der Sportfotografie fand ich es cool, im perfekten und spektakulärsten Moment abzudrücken, fast schon kompetitiv. Später, in der Modefotografie, hat mich das Inszenieren gereizt: das perfekte Licht, die perfekte Choreographie. Seit ich wieder mehr analog fotografiere, faszinieren mich vor allem die kleinen Fehler und Überraschungen. Kürzlich ging während eines Shoots bei einem Bild der Blitz nicht. Das Foto war unterbelichtet, man konnte es aber retten. So hat das Bild letztlich eine wunderschöne Ästhetik bekommen. Diese unperfekten und dadurch perfekten Momente einzufangen, ein Foto zu machen das mich wirklich berührt, fasziniert mich. Deswegen ist es meine Leidenschaft, gerade weil es nicht immer klappt. Das lässt mich sozusagen „leiden".

Fotowand

UNSERE AKTUELLE KOLLEKTION STEHT IM ZEICHEN VON VISIONEN. WELCHE IST DEINE KÜNSTLERISCHE VISION?

Neugierig sein, nach besonderen Momenten suchen und die dann im besten Fall bildlich festzuhalten.

WELCHEN JOB HÄTTEST DU HEUTE, WENN DU NICHT FOTOGRAF GEWORDEN WÄRST?

Meine Cousine ist Schreinerin und ich habe mit ihr zusammen ein Bett gebaut, das fand ich richtig gut. Holz riecht einfach so toll. Ich habe bei uns im Studio auch einiges selbst gebaut, wie den Tisch für den Vergrößerer. Ich arbeite einfach gerne handwerklich, Schreiner wäre also was für mich. Ansonsten Kinderarzt oder etwas in die soziale Richtung. Für die Obdachlosenzeitung Biss habe ich zuletzt häufiger fotografiert – da kann man mit dem, was man tut, der Gesellschaft etwas zurückgeben. Das wird mir jetzt, da ich zwei eigene Kinder habe, immer wichtiger.

Deko & Jonny vor dem Bildschirm

DU HAST SCHON VIELE KOLLEKTIONEN FÜR OUI FESTGEHALTEN. AN WELCHES SHOOTING HAST DU BESONDERE ERINNERUNGEN?

Ich finde es bei Oui jedes Mal spannend, weil es immer neue Themen, Lichtkonzepte, Models und Sets gibt. Bonfire Bazaar hat mir super gut gefallen: Eine Marrakesch-Welt im Studio zu erschaffen, war eine Herausforderung. Aber letztlich hat alles gepasst – tolles Team, tolles Model, mega Atmosphäre, davon konnte ich mich inspirieren lassen. Das hat sich während des Fotografierens auch gar nicht wie Arbeit angefühlt.

Model zu Vibrant Visions

HAST DU TIPPS, WORAUF MAN ACHTEN KANN ODER SOLLTE, WENN MAN NEU MIT FOTOGRAFIE LOSLEGEN WILL?

Fotografieren ist technisch gesehen so leicht wie noch nie und deswegen inhaltlich so schwer wie noch nie. Man muss unterscheiden zwischen Hobby und Profession. In beiden Fällen rate ich: Neugierig sein und abdrücken, wenn einen etwas im Herzen berührt. Bei einem Profifotografen ist es unabdingbar, obendrein stetig sein fotografisches Wissen zu erweitern. Sei es durch Bücher, Fotobände, Ausstellungen oder Assistenzen und natürlich durch das Arbeiten selbst. Und auf jeden Fall Bilder ausdrucken, ob einzeln oder als Buch ist egal!